Wissenswertes rund um die Tapete

Die Geschichte der Tapete beginnt bei Albrecht Dürer und mit den Entwürfen von Picasso ist sie noch nicht zu Ende! Eine Holzschnitt-Arbeit für Tapeten, um 1515 von Albrecht Dürer entstanden, zeigt zwei Sperlingspapageien, Trauben, Blätter und Astwerk, einen Satyr seine Frau und ihr Kind. Das Satyrmotiv hat Dürer aus Italien nach Nürnberg mitgebracht. Im 16. Jahrhundert gab es die ersten Papiertapeten, die nicht als Bahnen,  sondern blattweise geklebt wurden. Sie bestanden aus kunstvoll bedrucktem handgeschöpftem Papier und zierten außer Wände auch Möbel, Chorgestühl und Kanzeln.

Erst von 1750 an wurde die Tapete als vorgefertigtes  Multiplikat geliefert. Das Endlospapier war noch nicht erfunden, man schöpfte Bögen die dann zusammen geklebt und handbedruckt wurden. Diese Erfindung wird zwei Leuten zugeschrieben. In England war es John Baptist Jackson, in Paris Jean Baptiste Revillon. Revillon beschäftigte zu dieser Zeit ca. 400 Mitarbeiter – er war der Gutenberg der Tapete-. Im 19. Jahrhundert entstanden in Frankreich „decors panoramiques“ szenische Tapeten, die Geschichten erzählen, gedruckt mit farbigen Holzsmodeln. Noch heute können diverse Motive per Handdruck hergestellt werden. In England war es die Zeit des William Morris, dessen Tapeten überall beliebt waren und auch heute noch zu den Bestsellern in Deutschland und England gehören.

Hector Guimard, der Architekt und  Designer der Pariser Metro-Eingänge prägte maßgebend  mit gefühlvoller und geschwungener Linienführung den Jugendstil 1890-1905. Möbel, Teppiche, Stoffe und Tapeten wurden von ihm entworfen. Danach eroberte Josef Hoffmann in Wien mit der neuen Sachlichkeit die Tapeten und Einrichtungsgegenstände. 1929 kam dann die erste Bauhaus-Kollektion auf den Markt. Sie zeigte 14 flächige Muster in zurückhaltenden Farbtönen mit Schraffuren, feinen Rasterungen, senkrechten und diagonalen Strichelungen. Durch die weiter entwickelten Druckmaschinen für neue Oberflächen und Druck-Systeme konnte die Tapeten-Rollenzahl massiv gesteigert werden. Der Tapetenmarkt boomte.

Inzwischen haben viele namhafte Künstler – Alessandro Mendini, Mattheo Thun, Ulf Moritz, Karim Rashid, Werner Berges und weitere – Tapetenentwürfe abgeliefert. Tapeten-Kunststücke für langweilige Wände? Matisse und Mondrian haben mit Tapetenflächen teils als wechselbare Wandkollagen experimentiert, von Picasso stammt aus dem Jahre 1938 die Kollage Femmes a leur toilette bestehend aus Standardmustern. Diese Kollage hängt heute im Musée Picasso in Paris.